Anfangs kam ich als Student. Ich konnte nur staunen wie fit alte Leute auf Kreta waren. Unvergesslich bleibt mir wie der damals 75 jährige Pfarrer von Livadas auf seinen Mandelbaum kletterte. Andere Kreter im vergleichbaren Alter sah ich durch die Berge wandern, um Malotira, den Bergtee zu sammeln. Inzwischen sitzen im modernen Griechenland die meisten alte Leute „ordnungsgemäss“ in Altersheimen oder auf Kreuzfahrtschiffen und staunen über unsere rüstigen Wanderer.
Ich könnte noch seitenlang die Vorteile einer Gymnastik erklären, die beim Bergwandern auf holprigen Hirten- und Ziegenpfaden entsteht und den Vorteil von frischer Luft ausrechnen. Auch könnte ich über den Sinn von liebevoll gekochtem Essen philosophieren.
Im Alten Griechenland vollzog sich selbst die Philosophie im Freien. Es gab keine Studierstuben. Wer nur in den Ofen schaute war der uns geläufige Banause, wer sich nur mit eigenen Problemen beschäftigte der sprichwörtliche Idiot. Man war aus unserer Sicht ständig im Wanderurlaub oder Wanderferien.
Bei unserem Wanderurlaub frühstücken wir möglichst im Freien, unser Picknick nehmen wir im Freien ein. Abends lassen wir es uns bei Wirtinnen wie Angeliki gut gehen, die sich nicht zu Schade sind am offenen Feuer zu kochen und ihre Zutaten aus dem eigenen Garten holen. Wir lassen es uns dann auf der Terrasse schmecken.